Der Bereich Rechtsanwälte

Im Bereich „Rechtsanwälte“ finden Sie neben Informationen rund um den Anwaltsberuf alles Wissenswerte zum anwaltlichen Berufsrecht und Vergütungsrecht. Sie können sich hier auch darüber informieren, was Sie zu beachten haben, wenn Sie die Qualifikation als Fachanwalt anstreben bzw. bereits besitzen.

Der Bereich RA-Fachangestellte

In diesem Bereich finden Sie Informationen rund um den interessanten und zukunftssicheren Beruf des/der Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Weiterbildung zum/zur Geprüften Rechtsfachwirt/in.

Der Bereich Mandanten

Im Bereich Mandanten finden Sie neben Informationen über die Aufgaben der Rechtsanwaltskammer München alles Wissenswerte, was Sie bei der Beauftragung eines Rechtsanwalts wissen sollten. Hier finden Sie auch die Namen und Adressen anderer Ansprechpartner, wenn die Rechtsanwaltskammer München nicht für Sie tätig werden kann.

Der Bereich RAK München

In diesem Bereich können Sie sich unter anderem über die Gremien und die Aufgaben der Rechtsanwaltskammer München informieren. Hier können Sie auch alle Veröffentlichungen der Rechtsanwaltskammer München in elektronischer Form abrufen.


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mein Name ist Johannes Seebrecht. Ich bin in Prien am Chiemsee aufgewachsen. Mein Jurastudium habe ich von 2008 bis 2014 in Regensburg absolviert, das Referendariat im Bezirk des Oberlandesgerichts München bis 2017. Seit 2018 bin ich als Rechtsanwalt tätig – in Boutique‑Kanzleien ebenso wie in großen Einheiten. Diese Bandbreite prägt mein Verständnis für anwaltliche Arbeit und die unterschiedlichen Realitäten unseres Berufsstands.

Ich trete an, weil ich überzeugt bin, dass die Münchner Anwaltschaft eine Kammer braucht, die gestaltet statt verwaltet – eine Kammer, die die anwaltliche Praxis stärkt und erleichtert, transparent arbeitet und offen sowie nah an allen Kolleginnen und Kollegen ist, die in unserem Beruf jeden Tag Verantwortung übernehmen und diesen mit Leben füllen.

Die kommenden Jahre werden darüber entscheiden, wie wir unsere berufliche Unabhängigkeit sichern, unsere Arbeitsbedingungen weiterentwickeln und den Anwaltsberuf für alle attraktiv halten.


Warum ich kandidiere:

Die Anwaltschaft in München lebt von ihrer Vielfalt. Von Expertinnen in hochspezialisierten Boutiquen, über engagierte Einzelanwälte bis hin zu den Kolleginnen und Kollegen in großen wirtschaftsrechtlichen Einheiten.

Ich möchte im Vorstand eine Stimme sein, die diese Vielfalt erhält und stärkt – und gleichzeitig konstruktiv, pragmatisch und lösungsorientiert an den wichtigen Zukunftsthemen arbeitet.


Was uns als Anwaltschaft besonders fordert:

1. Schutz der anwaltlichen Unabhängigkeit

Im Kammerbezirk München wird intensiv um das Fremdbeteiligungsverbot gerungen – eine Kernfrage unserer beruflichen Unabhängigkeit. Der Bayerische Anwaltsgerichtshof hat hierzu 2025 eine wichtige Entscheidung getroffen. Die RAK München spricht sich klar gegen jede Aufweichung aus und warnt vor Modellen, die das Mandatsgeheimnis oder die freie Anwaltswahl gefährden.

Diese Debatten zeigen: Wir brauchen eine starke und wachsame Kammer.

Ich werde mich dafür einsetzen:

  • dass die Kammer ihre Stimme deutlich erhebt,
  • dass wir als Berufsstand selbstbestimmt bleiben,
  • und dass praxisnahe Leitlinien entstehen, die uns im Arbeitsalltag wirklich unterstützen.

 

2. Digitalisierung: Chance – und Belastung

Ob beA, E‑Akte oder elektronische Workflows – viele digitale Systeme funktionieren in der Praxis noch nicht reibungslos. Technische Probleme und mangelnde Nutzerfreundlichkeit gehören für viele Kanzleien zum Alltag. Der Bayerische AnwaltVerband hat bereits 2023 auf hohe Kosten, Komplexität und Haftungsrisiken hingewiesen.

Gleichzeitig treibt Bayern die digitale Justiz energisch voran – mit hunderttausenden digitalen Akten, Videoverhandlungen an nahezu allen Gerichten und einem wachsenden Legal‑Tech‑Ökosystem.
Damit wir nicht zwischen Innovationsdruck und Frustration zerrieben werden, braucht es eine Kammer, die aktiv Einfluss nimmt und die Perspektive der Anwaltschaft hörbar macht.

Ich stehe für:

  • eine verlässliche digitale Infrastruktur,
  • klare Kommunikation bei technischen Änderungen,
  • eine stärkere Einflussnahme der Kammer auf Anbieter und Gesetzgeber.

 

3. Verbesserte Ausbildung, Fortbildung und Nachwuchsförderung

Der Fachkräftemangel betrifft inzwischen Kanzleien aller Größen. Rückläufige Ausbildungszahlen und wachsende Anforderungen stellen viele Kolleginnen und Kollegen vor erhebliche Herausforderungen.

Ein starker Berufsstand braucht deshalb:

  • praxisnahe und kostenlose Fortbildungsangebote der Kammer,
  • moderne Formate (hybrid, digital und kompakt),
  • eine stärkere Sichtbarkeit anwaltlicher Tätigkeit im Studium und Referendariat.

 

4. Sicherheit und Vertrauen im digitalen Rechtsmarkt

Bundesweit treten zunehmend Fake‑Kanzleien und Fake‑Kollegen auf, die Rechtssuchende gezielt betrügen. Auch die RAK München hat zuletzt im Januar 2026 ausdrücklich vor solchen Machenschaften gewarnt.

Für die Glaubwürdigkeit unserer Profession ist ein entschlossener Umgang mit diesen Missständen unerlässlich.

Wichtige Instrumente sehe ich insbesondere in

  • einer zentralen Kammer‑Meldestelle für Fake‑Kanzleien und Fake-Kollegen,
  • standardisierten Schnellwarnmechanismen,
  • einheitlichen Verifikations‑ und Siegellösungen,
  • einer engeren Zusammenarbeit mit Behörden und Wirtschaft, etwa zur

o    Schaffung klarerer Provider‑Pflichten,
o    nachvollziehbaren Abschaltverfahren,
o    strukturierten Handlungsmöglichkeiten bei Identitätsmissbrauch.

 

5. Wirtschaftliche Herausforderungen kleiner und mittlerer Kanzleien

Kleinere Kanzleien unterliegen zunehmend denselben regulatorischen Anforderungen wie Großkanzleien – verfügen aber über deutlich geringere Ressourcen.

Ich möchte dazu beitragen:

  • bürokratische Hürden abzubauen,
  • Best‑Practice‑Hilfen zentral und kostenfrei bereitzustellen,
  • und eine Plattform zu schaffen, auf der sich Kanzleien vernetzen und Lösungen teilen können.

 

6. Gesundheit, Vereinbarkeit und Attraktivität des Berufs

Hoher Arbeitsdruck, ständige Erreichbarkeit und ein enges Fristenkorsett belasten viele Kolleginnen und Kollegen erheblich. Besonders Anwältinnen stehen dabei häufig vor der zusätzlichen Herausforderung, berufliche Verantwortung mit Familie und Kinderbetreuung zu vereinbaren. Noch zu oft führen strukturelle Hürden dazu, dass Karrieren unterbrochen oder berufliche Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt werden.

Die Rechtsanwaltskammer kann und sollte hier aktiver unterstützen – nicht aus Fürsorge, sondern im wohlverstandenen Interesse eines zukunftsfähigen Berufsstands.

Dazu gehören insbesondere:

  • Programme zur Förderung gesunder Arbeitskulturen,
  • Beratung und Orientierung zu modernen Arbeits‑ und Vereinbarkeitsmodellen, etwa zu Teilzeit, Elternzeit, Wiedereinstieg und flexiblen Kanzleistrukturen,
  • eine stärkere Sensibilisierung von Gerichten und Institutionen für die Realität von Elternschaft und Care‑Arbeit.


Dafür möchte ich mich im Vorstand einsetzen:


Eine Kammer, die schützt

Ich möchte, dass die Kammer ihre Stimme laut und klar erhebt, wann immer unsere Unabhängigkeit, Mandatsfreiheit oder beruflichen Standards gefährdet sind. Die Debatten um das Rechtsdienstleistungsgesetz und das Fremdbeteiligungsverbot zeigen, wie schnell Grundpfeiler unseres Berufs ins Wanken geraten können. 

Eine Kammer, die entlastet

Wir brauchen praxisnahe Lösungen für digitale Verfahren, klare Kommunikation bei Systemumstellungen und ein entschlossenes Engagement für sichere, alltagstaugliche IT-Strukturen.

Eine Kammer, die ermöglicht

Fortbildungsangebote müssen moderner werden – flexibel, digital, unkompliziert. Die Kammer sollte hier Motor und Vernetzerin sein, gerade für kleine und mittlere Kanzleien.

Eine Kammer, die verbindet

Wir müssen als Berufsstand wieder stärker zusammenfinden – über Kanzleigrößen, Fachgebiete und Lebensphasen hinweg. Die Anwältinnen und Anwälte im Kammerbezirk sollen sich gehört und vertreten fühlen.


Mein Angebot:

Wenn Sie mir Ihre Stimme geben, stehe ich für:

  • Transparenz und offene Kommunikation
  • Entlastung statt zusätzlicher Bürokratie
  • einen starken Vorstand, der Probleme ernst nimmt und Lösungen entwickelt

Weitere Informationen über mich unter: https://www.eversheds-sutherland.com/de/global/people/seebrecht-johannes 

Gemeinsam können wir die Zukunft unserer Anwaltschaft aktiv, selbstbewusst und konstruktiv gestalten.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir Ihr Vertrauen schenken, und danke allen Kolleginnen und Kollegen herzlich, die sich an dieser Wahl beteiligen!

Mit vielen kollegialen Grüßen

Johannes Seebrecht