
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
bereits in den letzten Jahren durfte ich dem Vorstand der Rechtsanwaltskammer München angehören und bin dort weiterhin als eines der altersmäßig jüngsten Mitglieder mit Freude und Engagement ehrenamtlich tätig.
Aktuell habe ich den Vorsitz einer gebührenrechtlichen Abteilung inne. In einer weiteren Abteilung bin ich zudem für die Eingliederung von ausländischen Anwälten und Berufsausübungsgesellschaften zuständig.
Nachdem die Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs und auch der elektronischen Akte bundesweit nahezu abgeschlossen ist, stehen der Anwaltschaft weitere bedeutsame Herausforderungen und Umbrüche bevor:
Hierzu einige Beispiele:
- Wie wird sich der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) auf die Arbeitsweise der Anwaltschaft und der Justiz auswirken?
- Bringen diese technischen Neuerungen auch veränderte Anforderungen an Mandatsübernahmen bzw. an die Kommunikation mit Mandanten mit sich?
- Können gewisse Rechtsgebiete überhaupt noch kostendeckend bearbeitet werden?
- Wäre es akzeptabel oder zumindest in manchen Bereichen sogar zielführend der Anwaltschaft gesetzliche Vorgaben zur Art und Umfang des Parteivortrages aufzuerlegen?
- Entsprechen die Verfahrensordnungen noch einem modernem Justizsystem?
- Wie begegnet die Anwaltschaft dem sich verschärfenden Personalmangel an Rechtsanwaltsfachangestellten?
- Ist es in Zeiten von Internet- und Videotelefonie sowie Cloudlösungen noch zeitgemäß an einer stationären Kanzleipflicht festzuhalten?
Viele Fragen, zu denen die Anwaltschaft vielleicht nicht immer eine vollständige Lösung, zumindest jedoch eine klare Haltung und Vorschläge parat haben sollte.
Gerne bewerbe ich mich somit um eine weitere Amtszeit für den Kammervorstand und bitte um Ihre Unterstützung und Stimme.