Der Bereich Rechtsanwälte

Im Bereich „Rechtsanwälte“ finden Sie neben Informationen rund um den Anwaltsberuf alles Wissenswerte zum anwaltlichen Berufsrecht und Vergütungsrecht. Sie können sich hier auch darüber informieren, was Sie zu beachten haben, wenn Sie die Qualifikation als Fachanwalt anstreben bzw. bereits besitzen.

Der Bereich RA-Fachangestellte

In diesem Bereich finden Sie Informationen rund um den interessanten und zukunftssicheren Beruf des/der Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Weiterbildung zum/zur Geprüften Rechtsfachwirt/in.

Der Bereich Mandanten

Im Bereich Mandanten finden Sie neben Informationen über die Aufgaben der Rechtsanwaltskammer München alles Wissenswerte, was Sie bei der Beauftragung eines Rechtsanwalts wissen sollten. Hier finden Sie auch die Namen und Adressen anderer Ansprechpartner, wenn die Rechtsanwaltskammer München nicht für Sie tätig werden kann.

Der Bereich RAK München

In diesem Bereich können Sie sich unter anderem über die Gremien und die Aufgaben der Rechtsanwaltskammer München informieren. Hier können Sie auch alle Veröffentlichungen der Rechtsanwaltskammer München in elektronischer Form abrufen.

Interviewreihe mit Engagierten im Ehrenamt

Mit einer Interviewreihe würdigt die Rechtsanwaltskammer München im Ehrenamt Engagierte und gibt einen Einblick, welche Beweggründe dahinterstecken. Eine wichtige Rolle spielt zum Beispiel die Selbstverwaltung der Anwaltschaft, Mitwirkungsmöglichkeiten in Bezug auf Gesetzgebungsverfahren und die Einbindung in Kammerthemen und spezifische Anwaltsthemen.

Die vollständigen Interviews finden Sie auf dieser Seite wie auch bei LinkedIn. Falls Sie mehr über die Beweggründe, Herausforderungen und Chancen von unseren Ehrenamtlichen erfahren wollen: Weitere Interviews folgen!

  • Gerald Baumgartner, RA, Prüfungsausschuss BBi München I

    „Wir haben die Chance, unseren Berufsstand mit zu prägen.“

    Herr Baumgartner, zum Einstieg kurz zu Ihrem persönlichen Werdegang: Sie sind seit 2020 als Rechtsanwalt mit Schwerpunkt auf Handels- und Vertriebsrecht tätig und haben zusätzlich eine Ausbildung zum Wirtschaftsmediator absolviert. Ehrenamtlich engagieren Sie sich als stellvertretendes Mitglied im Prüfungsausschuss der Rechtsanwaltskammer München. Wie kam es dazu, dass Sie bereits kurz nach Ihrer Zulassung im Jahr 2020 ehrenamtlich bei der RAK München aktiv wurden? Was motiviert Sie bei Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der RAK München besonders?

    Meine erste Berührung mit der RAK München hatte ich im Referendariat. Die Kammer beteiligt sich an der Referendarausbildung, indem sie einige Unterrichtseinheiten zum „Berufsfeld Anwaltschaft“ anbietet. Dort hat Herr Dr. Thomas Kuhn (Vorstandsmitglied der RAK München) doziert und uns unter anderem auf das mündliche Examen vorbereitet. Dieses Engagement für unsere Ausbildung und unseren Berufsstand fand ich toll, sodass ich mich dann auch bald in der Kammer einbringen wollte. 

    Worin bestehen Ihre Aufgaben als Mitglied des Prüfungsausschusses? 

    Der Prüfungsausschuss ist für die Durchführung der Zwischen- und Abschlussprüfung der Rechtsanwaltsfachangestellten zuständig. Dazu gehört die Aufsicht während der Klausuren, die Korrektur der Klausuren, die Teilnahme an der Notenkonferenz und vor allem die mündliche Abschlussprüfung. Das sogenannte „Fallbezogene Fachgespräch“ ist quasi das „Highlight“ der Abschlussprüfung – nicht nur für die Kandidatinnen und Kandidaten, sondern natürlich genauso für uns Prüfer. Besonders spannend finde ich die anschließende Diskussion mit den anderen Prüfern, wie die Leistung zu bewerten ist. 

    Sie haben für die Mitteilungen 04/2021 der RAK München ein Plädoyer für die Ausbildung von Rechtsanwaltsfachangestellten gehalten. Wieso sehen Sie es für so wichtig an, dass Kanzleien verstärkt in die Ausbildung investieren?

    Weil nur Kanzleien diese Ausbildung leisten können, andere Ausbildungsbetriebe gibt es für diesen Berufszweig nicht. Dass wiederum zahlreiche Rechtsanwaltsfachangestellte teils direkt nach bestandener Prüfung den Berufszweig wechseln und beispielsweise in die öffentliche Verwaltung oder in die Industrie wechseln, muss der Anwaltschaft zu denken geben. 

    Die RAK München bietet ihren Mitgliedern Unterstützung an bei Themen, die im Rahmen der Berufsausübung auftreten können – wie erleben Sie die Rolle der RAK München in Ihrem Arbeitsalltag und welche Angebote unterstützen Sie dabei besonders?

    Die Kammer hält auf ihrer Webseite recht nützliche Anleitungen für das beA bereit. Zudem finde ich das telefonische Beratungsangebot zu Fragen des Berufsrechts sinnvoll. Denn auch wenn man sich hierzu mit Kollegen austauschen kann, gibt einem die Beratung durch Vorstandsmitglieder der Kammer noch mehr Sicherheit in solch wichtigen Fragen.
     
    Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die Rolle der Kammern für die Selbstverwaltung und Interessenvertretung der Anwaltschaft und warum? 

    Die Kammern nehmen ja eine Art Zwitterstellung ein, indem sie einerseits als Behörden die Disziplinaraufsicht über uns ausüben, andererseits aber Raum lassen, dass sich die von ihr beaufsichtigten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte hierbei einbringen. Das bietet uns die Gelegenheit, unsere Interessen zu vertreten und diese durch das Sprachrohr der Kammer in Richtung Politik und Entscheidungsträger wahrnehmbar zu kommunizieren. 

    Die Rechtsanwaltskammer München lebt vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder. Wie würden Sie vorgehen, um mehr Kammermitglieder für ein ehrenamtliches Engagement zu gewinnen? Welchen Appell würden Sie an die Mitglieder richten?

    Es lohnt sich in vielerlei Hinsicht: Wir haben so die Chance, unseren Berufsstand mit zu prägen, anstatt bloß von „oben“ reguliert zu werden. Außerdem macht es Freude und man kann etwas bewirken. 

  • Marc Armatage, RA und FA Strafrecht, Vorstandsmitglied der RAK München

    „Ich halte die Homepage der Kammer für herausragend.“

    Herr Armatage, zum Einstieg kurz zu Ihrem persönlichen Werdegang: Sie sind seit vielen Jahren als Fachanwalt für Strafrecht tätig. Zusätzlich dazu sind Sie 1. Vorsitzender des Anwaltvereines Kempten sowie Vorstandsmitglied des Bayerischen Anwaltverbandes. Daneben engagieren Sie sich als Vorstandsmitglied bei der Rechtsanwaltskammer München. Wie kam es dazu, dass Sie neben Ihrer beruflichen Tätigkeit auch ehrenamtlich aktiv wurden? Was motiviert Sie besonders, sich ehrenamtlich zu engagieren?

    Vor einigen Jahren wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, den Vorsitz im Kemptener Anwaltsverein zu übernehmen, da der langjährige Vorsitzende Dr. Hägele aus Altersgründen nicht mehr kandidieren wollte. Nachdem mich dann die Verbandsarbeit interessiert hatte, kam eines zum anderen. Ich halte Selbstverwaltung und berufspolitische Fragstellungen für sehr wichtig. 

    Über Ihr überregionales Engagement hinaus sind Sie auch regional in dem Anwaltverein Ihrer Heimatstadt Kempten aktiv. Woraus bestehen Ihre Aufgaben als Vorsitzender des Anwaltvereines? 

    Als Vorsitzender des örtlichen Anwaltsvereins ist man zunächst einmal Ansprechpartner für Behörden und Gerichte. Leider kommt derzeit aufgrund allseits bekannter Umstände die gesellschaftliche Komponente zu kurz, so dass ich derzeit für den kollegialen Zusammenhalt der örtlichen Kolleginnen und Kollegen und die Netzwerkbildung wenig tun kann. 

    Welche Herausforderungen erleben Sie bei Ihrer Tätigkeit als Vorsitzender und Vorstandsmitglied eines regionalen Anwaltvereins?

    Die Mitglieder zur Teilnahme an der Mitgliederversammlung zu bewegen. Die meisten Kolleginnen und Kollegen sind natürlich zeitlich recht eingespannt, so dass diese Abendtermine nicht übermäßig beliebt sind. Das Problem der relativ sparsamen Teilnahme ist ja leider auch bei der Kammerversammlung bekannt. 

    Die RAK München ist nicht nur für die Stadt München, sondern für den gesamten Oberlandesgerichtsbezirk zuständig. Wie erleben Sie die Rolle der RAK München in Ihrem Arbeitsalltag und welche Angebote der RAK München unterstützen Sie dabei besonders?

    Ich halte die Homepage der Kammer für herausragend. Oft kann ich bei Anfragen von Kolleginnen und Kollegen auf die Kammerhomepage verweisen. Hervorzuheben sind hier meines Erachtens die Materialen zum Thema „Geldwäsche“ oder die Informationen zu allen Fragen rund um das Thema „Corona“. Im Frühjahr 2020 gab es nirgendwo derart komprimierte Informationen. 

    Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die Rolle von überregionalen Organisationen der Selbstverwaltung und Interessenvertretungen, wie der RAK München, und warum? 

    Die wohl von allen gewollte Unabhängigkeit des Berufs setzt eine funktionierende Selbstverwaltung voraus. 

    Gibt es Überschneidungen oder Synergien zwischen Ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten, beispielsweise bei der Bearbeitung bestimmter Themen? Wenn ja, welche? 

    In meiner Arbeit gibt es komischerweise nicht allzu viele Überschneidungen. 

    Wenn Sie nun auf Ihre Jahre als im Ehrenamt Tätiger zurückblicken – wie würden Sie Ihre persönliche Erfahrung beschreiben? Gab es Momente, die Sie besonders geprägt haben?   

    Ich könnte nicht sagen, dass mich bislang irgendetwas besonders geprägt hat. Meine persönliche Erfahrung ist vielmehr, dass man die Themen mit viel Ausdauer zu bearbeiten hat. Bei einem Blick hinter die Kulissen wird erst sichtbar, wie viele Leute zusammenwirken müssen. Ich glaube, dass es immer stärker sichtbar wird, dass ein gutes Team der Schlüssel ist. 

    Warum sollten sich Ihrer Meinung nach auch andere Mitglieder der Rechtsanwaltskammer München ehrenamtlich engagieren?

    Weil die Selbstverwaltung des Berufsstandes vom Engagement der Mitglieder lebt. Außerdem macht die Arbeit in der Kammer meistens Spaß und man lernt interessante und im Übrigen auch sehr hilfsbereite Leute kennen. 

    Was würden Sie Mitgliedern, die ehrenamtlich aktiv werden möchten, auf den Weg geben wollen? 

    Das es sich lohnt, obwohl es auch oft mühsam ist. 

  • Dr. Annegret Harz, Veranstaltungsleiterin

    „Ehrenamtliches Engagement macht glücklich.“

    Wie kam es dazu, dass Sie neben Ihrer beruflichen Tätigkeit auch ehrenamtlich bei der Rechtsanwaltskammer aktiv wurden?

    An Fortbildungsveranstaltungen der Rechtsanwaltskammer München nehme ich selbst sehr gern teil und habe schon als junge Anwältin hieraus großen Nutzen gezogen. Das ehrenamtliche Engagement bei der Rechtsanwaltskammer fügt sich nahtlos in meine sonstigen Tätigkeiten ein. Ich bin z.B. Mitherausgeberin und Autorin des bei Wolters Kluwer erscheinenden Handbuchs des Fachanwalts für Miet- und Wohnungseigentumsrecht. 

    Es ist immer motivierend, einer Aufgabe nachzugehen, die man sich selbst ausgesucht hat und die einen erfüllt. Was bewegt oder motiviert Sie bei Ihrer Tätigkeit als Veranstaltungsleiterin besonders?

    Es freut mich, dass ich die Gelegenheit habe Veranstaltungen zu organisieren und hoffe, dass diese durch die Auswahl der Referenten und Themen einen echten Mehrwert für die tägliche Arbeit der Kollegen bringen. 

    Wenn Sie auf Ihre Tätigkeit als Veranstaltungsleiterin bei der Rechtsanwaltskammer München zurückblicken – wie würden Sie Ihre persönlichen Erfahrungen beschreiben? Gab es Momente, die Sie besonders geprägt haben?

    Besondere Freude hatte ich, wenn an Veranstaltungen besonders viele Kollegen teilgenommen haben und es zu einem regen Austausch zwischen den Teilnehmern und dem Referenten gekommen ist.

    Wie haben Sie diese Zeit wahrgenommen? Welche Herausforderungen gab es bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen?

    Die Herausforderungen bei der Organisation digitaler Veranstaltungen waren erheblich. Manche Referenten haben einen Vortrag abgelehnt, sofern nicht wenigstens eine Hybridveranstaltung möglich war, da sie den Wunsch nach Austausch mit Teilnehmern hatten. Mittlerweile haben auch ausschließlich digitale Veranstaltungen eine größere Akzeptanz. Technische Schwierigkeiten können dabei in der Regel schnell behoben werden. 

    Worin sehen Sie hier die Chancen? Welche Erfahrungen möchten Sie auch für Ihre zukünftige Tätigkeit mitnehmen?

    Viele Teilnehmer haben berichtet, dass sie die digitalen Veranstaltungen besonders schätzen. Sei es wegen eines andernfalls langen Anfahrtsweges oder wegen der besseren Vereinbarkeit mit familiären oder sonstigen Verpflichtungen. Der digitale Austausch wird Präsenzveranstaltungen nicht vollständig ersetzen können. Wichtig wäre mir künftig Hybridveranstaltungen anzubieten, um möglichst vielen Kollegen die Teilnahme zu ermöglichen. 

    Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht das Angebot an Fortbildungsveranstaltungen, das die RAK vorhält?

    Für die Außenwirkung der Rechtsanwaltskammer und die Kollegen ist es wichtig, ein gutes Angebot an Fortbildungsveranstaltungen zu bieten, gerade im Hinblick auf die Pflichtfortbildungsstunden für Fachanwälte. Eine abendliche Fortbildung lässt sich leichter in den Berufsalltag integrieren als ein ganztägiges Seminar. 

    Warum sollte sich auch andere Mitglieder der Rechtsanwaltskammer München ehrenamtlich engagieren?

    Ehrenamtliches Engagement macht glücklich. Es ist ein schöner Moment, wenn Kollegen nach einer Veranstaltung kommen und sich für die gelungene Veranstaltung bedanken. Je mehr Mitglieder sich engagieren, desto besser kann die Rechtsanwaltskammer als Selbstverwaltungsorganisation Aufgaben erfüllen.
     

     

  • Dr. Thomas Weckbach, Vizepräsident der RAK München

    „... für das Funktionieren der Selbstverwaltung sind unsere Mitglieder auch selbst mitverantwortlich.“

    Herr Dr. Weckbach, zum Einstieg kurz zu Ihnen persönlich: Sie blicken auf eine langjährige Praxiserfahrung als Rechtsanwalt zurück. Was hat Sie ursprünglich bewogen, sich zudem auch für die Beratung und Vertretung dieses Berufstands einzusetzen?

    Vor vielen Jahren wurde ich von Vertretern des Augsburger Anwaltvereins gefragt, ob ich mir eine Mitarbeit im Vorstand der Rechtsanwaltskammer München als Vertreter der im Bereich des Landgerichts Augsburg tätigen Anwälte vorstellen könnte. Ich habe mich dazu entschlossen, für den Vorstand zu kandidieren, weil ich die anwaltliche Selbstverwaltung für eine wichtige Errungenschaft halte, die die Unabhängigkeit des Anwaltsberufs sichert. Seit 25 Jahren gehöre ich nunmehr dem Vorstand der RAK München an; seit 17 Jahren bin ich Vizepräsident.

    Sie sind Vertreter des Präsidenten der mitgliederstärksten Rechtsanwaltskammer bundesweit. Darüber hinaus leiten Sie seit vielen Jahren die Vorstandsabteilung Öffentlichkeitsarbeit. Lassen Sie uns zu Beginn einmal die letzten Monate Revue passieren. Jetzt, da sich die dramatische Lage der Pandemie deutlich zu entspannen beginnt: Wirkt sich das auch auf die Arbeit der Kammer aus?

    Die Pandemie hat alle getroffen, auch die Anwaltschaft. Wir haben umfangreich kurzfristig über alle organisatorischen Herausforderungen im Anwaltsberuf informiert, die Systemrelevanz der Tätigkeit durchgesetzt und vor allem auch recht früh finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, die aus einem separaten Unterstützungsfonds der Kammer stammen, als sich abzeichnete, dass das Coronavirus für erhebliche Ausfälle sorgen und Anwältinnen und Anwälte in Notsituationen bringen könnte.

    Jetzt, wo sich die Lage schrittweise entspannt, sind wir aktuell an einem Punkt angelangt, an dem wir beobachten: Was bedeuten die veränderten Rahmenbedingungen für uns als Kammer und die Arbeit als Anwältin und Anwalt? Wie wollen wir in Zukunft (zusammen-) arbeiten? Dabei geht es auch darum, wie wir unseren Aufgaben nachkommen und kommunizieren. Als Rechtsanwaltskammer kommen wir einerseits gesetzlichen Aufgaben nach und fungieren als Zulassungs- und Aufsichtsbehörde, andererseits vertreten wir die Anwaltschaft – unsere Mitglieder – nach außen und bieten ihnen und rechtssuchenden Personen viele, unterschiedliche Leistungen an.

    Welche Veränderungen haben Sie am stärksten vernommen?

    Ich glaube, was wir zuerst gemerkt haben, ist, dass sich die Anforderungen an die Kommunikation von heute auf morgen verändert haben. Absprachen ergeben sich unter normalen Umständen oft nebenbei, ebenso Anregungen oder Ideen. Videokonferenzen haben dies erschwert. Wir haben auch begonnen, unsere Öffentlichkeitsarbeit wie auch die interne Kommunikation breiter und digitaler zu gestalten. Ich denke zum Beispiel an die regelmäßig stattfindenden (Weiterbildungs-) Seminare, die wir nun insgesamt online anbieten. Unsere Mitglieder profitieren davon, denn es spart Zeit und Kosten. Tendenziell ist man in der Lage, an mehr Veranstaltungen teilzunehmen als vorher. Wir hoffen natürlich, dass digitale Veranstaltungen unser Angebot für Mitglieder insgesamt attraktiver machen.

    Wie stark ist die Kammer auf das Mitwirken der Mitglieder angewiesen? Wie würden Sie das Zusammenspiel beschreiben?

    Uns sind sowohl die Unterstützung unserer Mitglieder als auch ihre Einbeziehung bei den Themen der Selbstverwaltung ein wichtiges Anliegen. Denn für das Funktionieren der Selbstverwaltung sind unsere Mitglieder auch selbst mitverantwortlich. Erfahrungsgemäß möchten sie diese Verantwortung auch wahrnehmen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Mitglieder, die sich ehrenamtlich in der Kammer engagieren. Das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt ist für eine funktionierende Kammer enorm wichtig, gibt oft entscheidenden Input und entlastet zusätzlich die hauptamtlichen Mitarbeiter auf vielen Ebenen. Wir erhalten zudem das Feedback, dass die Mitwirkungsmöglichkeiten bspw. in Bezug auf Gesetzgebungsverfahren und die frühe inhaltliche Einbindung in Kammerthemen sehr geschätzt werden. 

    Und wie schaffen Sie es, den Austausch mit den Mitgliedern aufrechtzuerhalten? Wie schaffen Sie es, eine derart diverse Mitgliedschaft miteinander zu vernetzen?

    Wir haben derzeit etwa 22.500 Mitglieder in unserem Kammerbezirk und somit einen großen Zuständigkeitsbereich. Sie können sich vorstellen, dass der direkte Austausch eine gewisse Herausforderung darstellt, die wir aktiv meistern möchten. Wir nutzen unterschiedliche Kommunikationskanäle, um unsere Mitglieder zu informieren und in unsere Arbeit aktiv einzubinden und arbeiten kontinuierlich daran, neue Kommunikationsangebote zu schaffen; die Öffentlichkeitsarbeit wird intensiver. 

    An welche denken Sie da konkret?

    Künftig wollen wir die Plattform LinkedIn stärker nutzen und uns mit Anwältinnen und Anwälten dort vernetzen. Konkret bedeutet das nichts anderes, als den Themen einen Raum zu geben, die für die anwaltliche Praxis relevant sind. Wir können nicht die jeweiligen fachlichen Themen in den vielen Rechtsbereichen abbilden. Von uns als Rechtsanwaltskammer erwarten unsere Mitglieder Informationen zu ganz bestimmten, ihre Arbeit selbst betreffenden Themen.

    In den vergangenen Wochen haben wir unseren Auftritt bei LinkedIn daher gezielt vorbereitet. Die Plattform bietet uns viele neue Möglichkeiten für den Austausch mit unseren Mitgliedern wie auch für die Sichtbarkeit der Kammer und ihrer Themen. Für uns ist diese Form der Interaktion im Moment ein spannender Lernprozess, bei dem wir auch auf die Beteiligung unserer Mitglieder und anderer Interessierter angewiesen sind. Aus diesem Grund möchte ich alle Mitglieder dazu aufrufen, sich mit uns zu vernetzen und auch im digitalen Raum unsere Community zu verstärken. Es gibt da allen Grund zum Optimismus, denn unsere Branche ist eine der präsentesten auf diesem Medium.

    Wir können uns auch gut vorstellen, einige Veranstaltungen in den digitalen Raum zu verlagern. Die Teilnahme ist für viele somit leichter, gerade weil sich ein Großteil unserer Mitglieder außerhalb Münchens befindet.

    Wir sind offen für weitere Kommunikationskanäle und werden auch zukünftig die Kontaktpflege mit unseren Mitgliedern den aktuellen Anforderungen und Gegebenheiten anpassen.