Der STAR-Bericht 2025 ist erschienen. Im Rahmen der STAR-Erhebung 2025 wurden Daten zur wirtschaftlichen Situation der Anwaltschaft für das Wirtschaftsjahr 2024 abgefragt.
Folgende Daten wurden u. a. erhoben
- personenbezogene Daten zur wirtschaftlichen Situation der selbstständigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte insgesamt sowie der selbstständigen Vollzeit-Rechtsanwältinnen und -Rechtsanwälte
- kanzleibezogene Daten zur wirtschaftlichen Situation selbstständiger Rechtanwältinnen und Rechtsanwälte
- Struktur der bearbeiteten Mandate
- Zusammensetzung von Vergütungsvereinbarungen
- Einkommenssituation
- Meinungs- und Stimmungsbild zur beruflichen und wirtschaftlichen Lage in den Jahren 2023, 2024 und 2025, zur beruflichen und wirtschaftlichen Lage im Vergleich zu Kollegen zur Zufriedenheit im Beruf
Aufgrund der Rücklaufquoten ist die Rechtsanwaltskammer München unterrepräsentiert: Von insgesamt 3.596 Fragebögen wurden lediglich 79 aus dem Kammergebiet der Rechtsanwaltskammer München ausgefüllt. Die Ergebnisse sind daher nicht zwingend repräsentativ für unseren Kammerbezirk.
- Das Durchschnittsalter liegt laut Befragung bei 49,7 Jahren. Ein Großteil der befragten Berufsträger ist bereits seit Längerem im Anwaltsberuf tätig, wobei Männer im Mittel etwas älter sind als Frauen.
- Geschlechterunterschiede traten auch bei der Art des Tätigkeitsmodells auf: Rechtsanwältinnen sind mit 25,3 Prozent deutlich häufiger im Angestelltenverhältnis tätig als Rechtsanwälte (14,7 Prozent). Rechtsanwälte favorisierten eher die Selbstständigkeit. 61,6 Prozent der Männer geben an, als Rechtsanwalt ausschließlich oder überwiegend selbstständig zu sein, während der entsprechende Anteil bei den Frauen bei 48,8 Prozent liegt.
- Der hohe Grad der Spezialisierung ist zum einen an der Anzahl der Fachanwaltsbezeichnungen abzulesen – hier sind das Arbeits- und Familienrecht die Spitzenreiter, gefolgt von Steuer-, Verkehrs- und Miet- und Wohneigentumsrecht – zum anderen an dem hohen Anteil von Berufsträgern, die zwar keinen Fachanwaltstitel tragen, sich aber dennoch auf bestimmte Rechtsgebiete spezialisiert haben.
- Durchschnittlich arbeiteten die befragten Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen 43,4 Stunden in der Woche im Betrachtungsjahr 2024 – im Mittel liegt die Durchschnittszahl bei Frauen um drei Wochenstunden niedriger (41,4 Stunden) als bei Männern (44,5 Stunden).
- 66,7 Prozent der selbstständig Tätigen führten eine Einzelkanzlei, währen 33,3 Prozent Partner in einer Sozietät waren.
- Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte erzielten im Wirtschaftsjahr 2024 im Durchschnitt einen persönlichen Honorarumsatz von EUR 200.000 – in den alten Bundesländern lag er mit EUR 208.000 etwas höher als in den neuen Ländern (EUR 158.000). Es zeigt sich, dass Männer immer noch deutlich höhere persönliche Umsätze erzielen als Frauen und der persönliche Honorarumsatz mit zunehmendem Lebensalter und damit im Regelfall größerer Berufserfahrung steigt.
- 41 Prozent der Befragten schätzten ihre wirtschaftliche Situation besser ein als im Vorjahr, 42 Prozent waren der Meinung, dass sich das Jahr beruflich und wirtschaftlich ähnlich entwickelt hat wie 2023, 17 Prozent waren der Meinung, dass das Wirtschaftsjahr 2024 schlechter verlief als 2023. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungen erwarteten 17 Prozent der Befragten, dass das Wirtschaftsjahr 2025 für sie schlechter verlaufen wird als das Vorjahr. 34 Prozent nahmen hingegen eine Verbesserung an und 49 Prozent gingen von einer gleichbleibenden wirtschaftlichen und beruflichen Situation aus.
- Positiv waren die Befragten zur beruflichen Zufriedenheit eingestimmt: Lediglich 5,9 Prozent der Befragten waren nicht oder überhaupt nicht mit ihrem Beruf zufrieden, während 69 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden waren.